Tipps
Gesammelte Praxis aus der Rationsberechnung. Das, was zwischen Tabelle und Stallgasse liegt.
Umstellung
Zwei bis drei Wochen einplanen
Die Darmflora braucht Zeit. Tausche pro Woche höchstens ein Drittel der neuen Futtermenge ein, nicht alles auf einmal.
Erst die Menge, dann die Zusammensetzung
Ändere nie beides gleichzeitig. Sonst weißt du nicht, worauf dein Pferd reagiert hat.
Wiegen statt schätzen
Eine Hängewaage aus dem Baumarkt kostet wenig und korrigiert die häufigste Fehlerquelle überhaupt: „eine Portion Heu“.
Alle zwei Wochen nachmessen
Maßband oder Waage, immer zur selben Tageszeit und am selben Wochentag. Einzelwerte schwanken, der Trend nicht.
Hunger und Beschäftigung
Kaudauer schlägt Futtermenge
Ein Pferd empfindet Sättigung stark über die Kauzeit. Engmaschige Netze verdoppeln die Fressdauer bei gleicher Menge.
Mehrere Fressplätze anbieten
1,5 Fressplätze pro Pferd. Knappe Plätze erzeugen Stress, und ranghohe Tiere fressen dann deutlich über ihren Bedarf.
Knabberholz auslegen
Weide-, Hasel- oder Obstbaumäste liefern Rohfaser und Beschäftigung fast ohne Energie, und sie retten die Stalleinrichtung.
Nachts keine langen Fresspausen
Mehr als vier Stunden ohne Raufutter erhöhen das Magengeschwürrisiko deutlich. Lieber die Tagesration anders verteilen.
Heu und Analyse
Heuanalyse lohnt sich
Energie- und Eiweißgehalt schwanken zwischen zwei Partien um mehr als 30 %. Eine Analyse kostet wenig und ersetzt jedes Raten.
Neue Partie, neue Rechnung
Jede Heulieferung ist ein neues Futtermittel. Nach dem Wechsel Gewicht und Kotkonsistenz besonders beobachten.
Heu wässern senkt Zucker, nicht Energie
Eine Stunde Wässern spült Zucker und Kalium aus, aber auch Mineralstoffe. Die Rohfaser bleibt, die Energie sinkt nur wenig.
Spätschnitt statt weniger Heu
Später geschnittenes, stängeliges Heu hat mehr Rohfaser und weniger Energie. Das ist der elegantere Weg als eine kleinere Portion.
Gesundheit
Nicht zu schnell abnehmen
Mehr als etwa 1 % Körpergewicht pro Woche kann eine Hyperlipidämie auslösen, besonders bei Ponys und bei Eseln.
Zähne zuerst
Wenn ein Pferd trotz ausreichender Ration abnimmt, ist der Zahnstatus der erste Verdacht, nicht die Futtermenge.
Bei Hufrehe kein Weidegras auf Verdacht
Fruktan steigt nach kalten Nächten mit Sonne stark an. In dieser Zeit ist der Paddock sicherer als die Wiese.
Salz immer verfügbar
Natrium ist der einzige Nährstoff, den Raufutter praktisch nie deckt. Ein Leckstein gehört in jede Box und auf jeden Paddock.